(TG) Europaweite Tagung in Berlin will Lebenssituation der Transgender verbessern

Ich finde es ja klasse, dass sich da Leute für Transgender und eine Verbesserung einsetzten. Noch besser ist das natürlich, wenn das auch noch auf internationaler Ebene geschieht. Aber wer spricht da im Namen der Transgender? Und brauchen wir wirklich eine "Transgender-Politik"? Und wo liegen da die Schwerpunkte und Interessenskonflikte? Es kann doch nicht nur um das Transsexuellen-Gesetz gehen.

Transgender sind ja vor allem nicht nur die Mann-zu-Frau Transsexuellen - Definitionen hin oder her. Ich würde ja da eher vermuten, dass die große Masse der Transgender wohl eher NICHT Transsexuell ist, oder noch nicht soweit ist. Da vemisse ich bei solchen politisch motivierten Veranstaltungen die Transvestiten, DragKings, DragQueens (...ja, genau, die haben auch was in der Birne. ganz bestimmt sogar), Intersexuelle und und und...

Ich bin zugeben, mein Interesse an Transgender-Politik ist mager oder eigentlich nicht vorhanden. Aber trotzdem sei die Nachfrage erlaubt ob es den Versuch gab oder gibt, den Kreis der Representanten zu erweitern? Wenn ja, bitte entschuldigt. Aber bislang sind mir immer nur Mann-zu-Frau Transsexuelle aufgefallen, wenn es darum geht in der Öffentlichkeit im Namen alle Transgender Politik zu machen, oder hab ich da was verpasst?

Wir wollen doch nicht, dass ausgerechnet in die Transgender-Community die neuen "alten" Rollenverteilungen greifen und ausschliesslich Mann-zu-Frau Transsexuelle zu Wort kommen. Vielleicht weil man unterschwellig den Frau-zu-Mann Transsexuellen oder gar den Transvestiten und DragQueens (um ein paar zu nennen) kein vernünftiges Wort zutraut? GRRRRRrrrrrr...

02.05.2008: Netzwerken gegen Diskriminierung (Tageszeitung Neues Deutschland)

1 Kommentar:

Bad hair days hat gesagt…

Dafür gibt es leider ein paar Gründe. Transmänner haben im allgemeinen ein besseres Passing und verschwinden gerne vom "Radarschirm". Das fällt auch anderst auf: Viele Transmänner sind politisch aktiv, arbeiten zum Beispiel am WPATH Kommitee mit (derzeit hat ein Transmann den Vorsitz), Press for Change, eine Organisation aus England die schon viel erreicht hat - ebenfalls hauptsächlich von Transmännern geführt.


Intersexuelle grenzen sich bewusst gegen Transgender ab. Ich halte das für sehr Bedauerlich, aber es ist eine Tatsache.

Politische Aktivität bedeutet meist auch im Rampenlicht zu stehen und von anderen Leuten mehr wegen Ihrer Transidentität statt als Person, die sie sind wahrgenommen zu werden.

Braucht es politische Aktivitäten? Umbedingt. Dabei geht es nicht nur um Gesetze, sondern auch um die Behandlung von Transidenten Menschen in der Gesellschaft und in der Medizin.

Gruss, Sarah