Transvestiten- und Homophobien bei MzF-Transsexuelle

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wenn ich auf dieses Phänomen treffe. Ja, ich kann es als kaum glauben, aber da muss man sich von manchen MzF-Transsexuellen anhören, wie „unanständig und blöd“ sie Transvestiten oder Transgender finden. Und überhaupt, die meisten anderen Transsexuelle wären ja „gar keine echten Transsexuelle“ und mit den Transgendern „will man nichts zu tun haben“.

Gerne würde ich ja mal wissen, wie die angefangen haben – gleich mal auf dem OP-Tisch, oder wie? Bei der Unterscheidung zwischen Transsexuellen und Transgender wird da mal sehr gerne mal auf die OP verwiesen - nur wer so weit gegangen ist, der dürfte sich dann auch Transsexuelle nennen. Demnach wäre Transsexualität lediglich die Beschreibung eines körperlichen Zustandes – eben post OP. Dann, liebe Mädels, bin ich auf jeden Fall schon mal, ganz klar, eine echte Blondine.

Noch viel erschreckender aber, finde ich die gnadenlose Intoleranz anderen, insbesondere auch Homosexuellen gegenüber. Wer Akzeptanz und Toleranz einklagt (und das zu recht), der sollte bei sich selbst anfangen. Und bevor man sich über Transvestiten, DWT, Fetischisten und andere urteilt sollte man sich an seinen eigenen Werdegang erinnern – genau so habt ihr alle angefangen, oder etwa nicht?

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Homosexualität Ende der 60er/Anfang der 70er aus dem ICD-Katalog als "psychische Störung" gestrichen wurde (Homosexualität wurde sich zum Teil ähnlich erklärt wie TS) und Transsexualität da immer noch drin steht. Transgenderaktivisten und selbsternannte "echte" Transsexuelle werden sich bei logischem Überlegen der Sachlage spätestens dann wieder "treffen", wenn Transsexualität als das anerkannt ist, was sie ist - eine partielle Abweichung des Körpers vom eigenen angeborenen Geschlecht. 1 und 1 = ...

genderguide hat gesagt…

das kann wohl sein, ich bin da was die historischen zusammenhänge angeht nicht gebildet. aber für intolleranz und teilweise gerade zu diskriminierende äußerungen zur homosexualität und transvestiten gibt es keine rechtfertigung, finde ich - auch keine historisch begründete.

Anonym hat gesagt…

Dasselbe andersrum*. Nur blöd, dass dieser Fall* offiziell "erlaubt" ist: Man kann im Jahr 2006 z.B. noch aus einer Frau einen Mann machen, der glaubt "eine Frau zu sein"... man kann das sogar als tolles Genderaktivitätsding verkaufen, dass das "was ganz wichtiges ist, dass ein Mann eine Frau werden darf, wenn er glaubt eine zu sein"... und das ist dann womöglich noch die heftigere Diskriminierung, weil sie die Existenz der betroffenen Frau von vorneherein abstreitet. Problem erkannt - Problem gebannt. Und dann wird auch nichtmehr sinnlos gegeneinander-diskriminiert.

genderguide hat gesagt…

tolleranz heißt für mich die lebensform anderer menschen anzuerkennen und zu respektieren - auch und insbesondere dann, wenn diese den eigenen vorstellungen nicht entsprechen.

das hat nichts mit einem "genderaktivitätsding" zu tun. und das hat auch mit dem geschlecht der menschen schlichtweg gar nichts zu tun. es geht um menschen und deren recht ihr leben so zu führen, wie sie es möchten.

niemand, aber auch wirklich niemand hat das recht ein urteil darüber zu fällen, was andere aus ihrem leben machen. man muß das ja nicht toll finden, aber respektieren als deren eigene und persönliche entscheidung.

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