Travestie (ital. travestare, verkleiden) und Transvestiten im Alltag

Alle Welt verkleidet sich - Richter, Polizisten, Kirchenvertreter, Sportler, Schützenvereine, Köche, ja sogar der Gemüsehändler um die Ecke (der trägt immer Kittel) – Travestie?

Im wörtlichen Sinn ja eigentlich schon - zugegeben, eine provokative These – vielleicht animiert das ja auch mal endlich zu ein paar Kommentaren meine kleine und bislang kommentarlose Leserschaft da draußen ;-)

Dennoch, finde ich, man kann das durchaus so sehen.
In allen Lebensbereichen machen Menschen durch ihre Kleidung klar, dass sie besonders oder zumindest doch anders sind als die anderen. Dazu setzten sich manche eigenartige, teilweise recht alberne Kopfbedeckungen auf (z.B. Köche), zwängt sich gerne mal in auffällige, teilweise auch auffallend schlecht sitzende, Klamotten (Schützenverein oder so) oder heben sich mit allerlei kostbarem Tand und teuren Kutten von ultra-ano-dazumal (oder wie kann man das bezeichnen) vom den anderen ab.

Wozu das ganze? Um anderen schon auf den ersten Blick klar zu machen, dass diese Person für die Zeit der Verkleidung ein anderer soziale Rolle annimmt und repräsentiert – Travestie, oder nicht?

Transvestitismus - das Tragen typischer Bekleidung des jeweils anderen Geschlechts, als temporärere Ausdruck der eigenen Geschlechtsidentität. Transvestitismus ist unabhängig von der sexuellen Orientierung.
Die Grenzen zwischen der Travestie der "Wichtigen" und den Transvestiten sind diffus und die Übergänge fliesend, zumal der Glitter und Glimmer, oder z. B. die langen, wallenden Kleidungsstücke vieler offizieller Gewänder heutzutage ansonsten nur noch in der weiblichen Garderobe zu finden sind. Und dass die gesamte, vermeintlich männliche Garderobe, ganz selbstverständlich von allen Frauen gerne getragen wird, ist eh klar.

Wenn man es so betrachtet, dann kann man auch den MzF Transvestiten einen Ausflug im Fummel dann ja wohl kaum verwehren oder gar übel nehmen, oder?

Die Intention der Transvestie ist ja nun mal die gleiche, nämlich etwas anderes darzustellen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich bei den Transvestiten, die Verkleidung auf die Geschlechtsidentität bezieht.

„Das sieht aber nicht gut aus!“, heißt es da schon mal – das aber liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und selbst wenn, was ist schon dabei? Das tut keinem weh, niemandem wird dadurch geschadet und wenn man Spaß daran hat.

Insbesondere MzF Transvestiten finden viele Leute irgendwie lustig, schräg und nicht respektabel – ihr Männer der Welt, probieren es doch mal selber aus – wenn ihr den Mut habt. Und das nicht ausgerechnet an Karneval, wenn sich eh schon alle verkleiden.

So ein Gang nach draußen kostet sehr viel Mühe, Überwindung und Mut.

Außerdem, wie fade wäre denn die Welt ohne Verkleidung. Ich finde es toll – es lebe die Travestie!
Und nur Mut Transvestiten – ihr seid echt nicht die einzigen, die sich verkleidet haben!

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